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Ernährung

Gesund essen: echte Lebensmittel zuerst, und Ehrlichkeit bei Fetten

Keine teuren Pulver, keine Superfoods. Lebensmittel aus jedem Supermarkt, mit viel Pflanzlichem, und Fleisch und Fisch, wenn Sie sie essen.

§ 01 — Der Teller

Halb Gemüse, ein Viertel Eiweiß, ein Viertel Getreide

50 %
Gemüse und Obst. Die WHO empfiehlt mindestens 400 g pro Tag, etwa fünf Portionen.[1]
25 %
Eiweiß. Hülsenfrüchte, Eier, Tofu, Milchprodukte, Hähnchen oder Fisch.
25 %
Vollkorn. Vollkornbrot, Naturreis, Haferflocken oder Quinoa.

Tellermodell nach dem Harvard Healthy Eating Plate.[2]

§ 02Eiweiß

Drei Stufen, nicht eine Zahl

Minimum
0,83 g/kg
Sichere Zufuhr laut WHO/FAO/UNU[4]
Alltag
1,2 g/kg
Neuere Forschung zeigt, dass dies den tatsächlichen Bedarf besser deckt[5]
Training / Fettabbau
1,6 g/kg
Hier flacht der zusätzliche Muskelzuwachs ab[6]

Sie müssen nicht jeden Tag Fleisch essen, um genug Eiweiß zu bekommen. Reis mit Bohnen, Linsensuppe mit Brot, Hummus, Tofu, Eier und Milchprodukte liefern gutes Eiweiß, und die Kombination von Getreide mit Hülsenfrüchten deckt die Aminosäuren ab, die jedem fehlen.[3] Eine gut geplante vegetarische Ernährung eignet sich für Erwachsene jeden Alters und für Sportler.[14] Wenn Sie eine Nierenerkrankung haben, fragen Sie Ihren Arzt, bevor Sie mehr Eiweiß essen.

§ 03Fette

Butter, Olivenöl und Samenöle: die ehrliche Mitte

Oft werden zwei verschiedene Fragen vermischt: Welches Fett verträgt Hitze am besten, und welches Fett ist am besten fürs Herz? Die Antworten sind unterschiedlich.

Zum Kochen bei hoher Hitze

Stabile Fette halten besser

Öle mit vielen mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie Sonnenblumen-, Distel- und Maiskeimöl, zerfallen bei Frittiertemperatur schneller und bilden mehr schädliche Aldehyde als stärker gesättigte oder einfach ungesättigte Fette.[7] Zum Braten und Anbraten ist Olivenöl oder ein anderes einfach ungesättigtes Öl (etwa Raps- oder Erdnussöl) die stabilste Wahl für jeden Tag.

Für Ihr Herz

Ungesättigte Fette gewinnen

Butter, Ghee, Kokos- und Palmöl bestehen überwiegend aus gesättigtem Fett. Gesättigtes durch ungesättigtes Fett zu ersetzen senkt das LDL-Cholesterin und Herz-Kreislauf-Ereignisse.[8,9] Die WHO empfiehlt, dass gesättigtes Fett höchstens 10 % der täglichen Kalorien ausmacht.[10] Bei 2.000 kcal passt ein wenig Butter am Tag problemlos.

§ 04Lebensmittel

Woraus Sie Ihre Mahlzeiten aufbauen

Eiweiß

Eier
Etwa 6 g Eiweiß pro Ei, und es ist vollständiges Eiweiß.
Linsen, Bohnen und Kichererbsen
Reich an Eiweiß und Ballaststoffen. Zusammen mit Getreide wie Reis, Brot oder Nudeln ergeben sie vollständiges Eiweiß.[3]
Joghurt, Quark und Milch
Milcheiweiß und Kalzium. Griechischer Joghurt und Quark sind besonders eiweißreich, und Joghurt enthält lebende Kulturen.
Tofu, Tempeh und Edamame
Soja ist eines der wenigen pflanzlichen Eiweiße, die allein vollständig sind.[3]
Hähnchen, Pute und Fisch
Mager und eiweißreich. Fetter Fisch wie Lachs, Makrele und Sardinen liefert zusätzlich Omega-3.

Kohlenhydrate

Vollkornbrot und Vollkornnudeln
Mehr Ballaststoffe und eine langsamere Energiefreisetzung als Produkte aus Weißmehl.
Naturreis, Quinoa und anderes Vollkorn
Sie behalten die Kleie, haben also mehr Ballaststoffe und B-Vitamine als Weißmehlprodukte.
Haferflocken
Ein schnelles, sättigendes Frühstück mit vielen löslichen Ballaststoffen.
Ganzes Obst
Ballaststoffe, Kalium und Vitamine. Essen Sie es ganz: Die WHO zählt Fruchtsaft zu den freien Zuckern.[15]
Kartoffeln und Süßkartoffeln, mit Schale
Die Schale liefert Ballaststoffe.

Mikronährstoffe

Grünes Blattgemüse mit Vitamin C
Eisen aus Pflanzen wird schlechter aufgenommen als aus Fleisch. Eine Vitamin-C-Quelle in derselben Mahlzeit, etwa Zitrusfrüchte, Paprika oder Tomate, steigert die Aufnahme.[13]
Kalzium und Vitamin D
Milch, Joghurt, Käse, mit Kalzium hergestellter Tofu und angereicherte Pflanzendrinks liefern Kalzium. Die Haut bildet Vitamin D im Sonnenlicht, und viele Menschen brauchen im Winter ein Präparat.
Vitamin B12
Es steckt fast nur in tierischen Lebensmitteln. Vegetarier, die wenig Milchprodukte oder Eier essen, und alle Veganer brauchen angereicherte Lebensmittel oder ein Präparat.[14]
Pflanzliches Omega-3
Leinsamen, Chia und Walnüsse enthalten ALA, aber der Körper wandelt nur einen kleinen Teil in die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA um. Vegetarier können ein DHA-Präparat aus Algen in Betracht ziehen.[12]
Zitrusfrüchte, Beeren, Paprika und saisonales Gemüse
Reich an Vitamin C.

§ 05Ihre Ernährungsweise

Vegetarisch, flexitarisch oder mit Fleisch und Fisch

Vegetarisch

Täglich Hülsenfrüchte, Tofu, Eier und Milchprodukte, dazu Vollkorn. Planen Sie Vitamin B12 über angereicherte Lebensmittel oder ein Präparat ein und essen Sie eisenreiche Lebensmittel mit Vitamin C.[14]

Flexitarisch

Bauen Sie die meisten Tage auf Hülsenfrüchten, Tofu, Joghurt und Eiern auf und ergänzen Sie ein- bis dreimal pro Woche Hähnchen oder Fisch. Achten Sie auf B12 und Eisen.

Fleisch und Fisch

Eier, Geflügel und Fisch als Basis, rotes Fleisch nur gelegentlich. Meiden Sie verarbeitetes Fleisch, das die Krebsagentur der WHO als krebserregend einstuft.[17] Essen Sie weiterhin täglich Hülsenfrüchte und Gemüse wegen der Ballaststoffe.

Zucker

Halten Sie freien Zucker unter 10 % der täglichen Kalorien, idealerweise unter 5 %. Zu freiem Zucker zählen Haushaltszucker, Honig, Sirupe und Fruchtsäfte, aber nicht ganzes Obst.[15] Zucker in Limonaden, Kaffee und Tee summiert sich schnell.

Wasser

Die EFSA empfiehlt eine Gesamtwasserzufuhr von etwa 2,5 l pro Tag für Männer und 2,0 l für Frauen, wovon meist etwa 80 % aus Getränken kommen. Bei Hitze oder Sport brauchen Sie mehr.[16] Wasser, Milch und ungesüßter Tee oder Kaffee sind gute Wahl; meiden Sie gezuckerte Getränke.

§ 06Ihr Plan

Ihr 7-Tage-Ernährungsplan

Alltägliche Mahlzeiten, die Ihre Kalorien- und Eiweißziele erreichen.

Quellen

  1. 1.Healthy diet — fact sheet no. 394. World Health Organization, 2020.
  2. 2.Healthy Eating Plate. Harvard T.H. Chan School of Public Health, 2011.
  3. 3.Dietary protein quality evaluation in human nutrition (FAO Food and Nutrition Paper 92). Food and Agriculture Organization of the United Nations, 2013.
  4. 4.Protein and amino acid requirements in human nutrition (WHO Technical Report Series 935). WHO/FAO/UNU Expert Consultation, 2007.
  5. 5.Reevaluation of the protein requirement in young men with the indicator amino acid oxidation technique. American Journal of Clinical Nutrition, 2007.doi:10.1093/ajcn/86.4.995
  6. 6.Protein supplementation and resistance-training-induced gains in muscle mass and strength: systematic review and meta-analysis. British Journal of Sports Medicine, 2018.doi:10.1136/bjsports-2017-097608
  7. 7.Aldehydes contained in edible oils of a very different nature after prolonged heating at frying temperature. Food Chemistry, 2012.doi:10.1016/j.foodchem.2011.09.079
  8. 8.Dietary fats and cardiovascular disease: a presidential advisory from the American Heart Association. Circulation, 2017.doi:10.1161/CIR.0000000000000510
  9. 9.Reduction in saturated fat intake for cardiovascular disease. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2020.doi:10.1002/14651858.CD011737.pub3
  10. 10.Saturated fatty acid and trans-fatty acid intake for adults and children: WHO guideline. World Health Organization, 2023.
  11. 11.Evaluation of the deleterious health effects of consumption of repeatedly heated vegetable oil. Toxicology Reports, 2016.doi:10.1016/j.toxrep.2016.08.003
  12. 12.Conversion of α-linolenic acid to longer-chain polyunsaturated fatty acids in human adults. Reproduction Nutrition Development, 2005.doi:10.1051/rnd:2005047
  13. 13.Iron bioavailability and dietary reference values. American Journal of Clinical Nutrition, 2010.doi:10.3945/ajcn.2010.28674f
  14. 14.Position of the Academy of Nutrition and Dietetics: vegetarian diets. Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics, 2016.doi:10.1016/j.jand.2016.09.025
  15. 15.Guideline: sugars intake for adults and children. World Health Organization, 2015.
  16. 16.Scientific opinion on dietary reference values for water. EFSA Journal, 2010.doi:10.2903/j.efsa.2010.1459
  17. 17.Carcinogenicity of consumption of red and processed meat. The Lancet Oncology, 2015.doi:10.1016/S1470-2045(15)00444-1

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