Routine und Schlaf
Eine Tagesroutine und Schlafenszeiten, die zu Ihrer inneren Uhr passen
Diese Routine geht nicht von Ihren jetzigen Gewohnheiten aus, sondern von dem, was die Forschung stützt. Wählen Sie eine Aufstehzeit, die Sie halten können, und nähern Sie sich ihr schrittweise.
Der ideale Tag
Wählen Sie eine Aufstehzeit, die Sie jeden Tag einhalten können. Der Rest der Routine verschiebt sich mit, mit denselben Abständen und etwa 8 Stunden Schlaf.
- 6:30
Aufstehen und draußen Tageslicht tanken
Helles Morgenlicht ist das stärkste Signal, um die innere Uhr zu stellen, und es macht Sie wacher.[1]
- 6:45
Wasser trinken und etwas bewegen
Ein Glas Wasser und ein paar Minuten leichte Bewegung helfen beim Wachwerden.
- 7:15
Frühstück mit Eiweiß
Eiweiß zum Frühstück hilft, den Vormittag über satt zu bleiben.[13]
- 8:30
Die Arbeit, die am meisten Konzentration braucht
Viele Menschen sind am späten Vormittag am wachsten. Nutzen Sie diese Zeit für Aufgaben, die tiefe Konzentration erfordern.
- 12:00
Mittagslicht oder ein kurzer Spaziergang
Tageslicht während des Tages stärkt die innere Uhr.[1]
- 12:30
Mittagessen: Ihre wichtigste Kohlenhydratmahlzeit
Der Körper reguliert den Blutzucker früh am Tag besser als am Abend.[10]
- 13:00
Nach dem Essen 10 Minuten gehen
Ein kurzer Spaziergang nach der Mahlzeit dämpft den Blutzuckeranstieg.[2]
- 13:30
Letzter Kaffee des Tages
Eine Metaanalyse von 2023 kam zu dem Schluss, dass eine normale Tasse Kaffee etwa 9 Stunden vor dem Schlafengehen getrunken sein sollte, damit sie den Schlaf nicht verkürzt.[3]
- 15:30
Gute Zeit für hartes Training
Kraft und Schnellkraft erreichen meist am späten Nachmittag ihren Höhepunkt. Jeden Tag zur gleichen Zeit zu trainieren ist aber wichtiger als die genaue Uhrzeit.[4]
- 19:00
Abendessen: mindestens 3 Stunden vor dem Schlafen beenden
Essen in den 3 Stunden vor dem Zubettgehen geht mit mehr Sodbrennen einher.[5]
- 21:00
Licht dimmen und Bildschirme weglegen
Helles Licht am Abend verzögert Melatonin, das Schlafhormon, und Sie schlafen später ein.[6]
- 21:30
Herunterfahren
Ein warmes Bad oder eine warme Dusche 1–2 Stunden vor dem Schlafen hilft, schneller einzuschlafen.[7]
- 22:30
Wenn Sie Nachtschicht arbeiten oder eine Schlafstörung haben, sollten Ihre Zeiten individuell mit einem Arzt geplant werden.
Wie weit ist Ihre jetzige Routine davon entfernt?
Sie schlafen 7,8 h
- Schlafenszeiten zwischen 1 und 5 Uhr morgens bedeuten oft wenig Morgenlicht und Konflikte mit Arbeits- oder Unizeiten, sodass man am Wochenende Schlaf nachholt („sozialer Jetlag“).
Schrittweise umstellen
Zielen Sie auf 22:30 zum Schlafengehen und 6:30 zum Aufstehen. Verschieben Sie beide Zeiten alle 2–3 Tage um 15–30 Minuten. Holen Sie sich beim Aufwachen helles Licht und halten Sie es nach Sonnenuntergang gedämpft.
Ihre innere Uhr, ausgehend von Ihrer Aufstehzeit
Diese Rhythmen verschieben sich mit Ihrer Routine, Ihrem Alter und Ihren Genen. Deshalb werden sie relativ zu Ihrer gewählten Aufstehzeit (6:30) gezeigt, nicht als feste Uhrzeiten.
Schattierter Bereich = Schlafenszeit. Die Kurven sind vereinfachte Formen, keine Messwerte.
§ 01Schlafarchitektur
Was passiert, während Sie schlafen
- Leichter Schlaf (N1–N2)
- Etwa die Hälfte der Nacht
- Der größte Teil des Schlafs. Herzschlag und Atmung werden langsamer, und die Verarbeitung von Erinnerungen beginnt.
- Tiefschlaf (N3)
- Vor allem früh in der Nacht
- Die erholsamste Phase. Hier wird am meisten Wachstumshormon ausgeschüttet, und der Körper erledigt den Großteil der körperlichen Erholung.
- REM-Schlaf
- Gegen Morgen länger
- Hier träumen wir, und er ist wichtig für das emotionale Gedächtnis und das Lernen. Bei Männern steigt das Testosteron im Schlaf an und ist mit der ersten REM-Phase verbunden.[12]
- Der Zyklus von etwa 90 Minuten
- 4–6 Zyklen pro Nacht
- Sie durchlaufen die Phasen etwa alle 90 Minuten. Wer kürzer schläft, verliert vor allem REM-Schlaf, der sich in den letzten Zyklen ballt.
Quellen
- 1.Effects of light on human circadian rhythms, sleep and mood. Somnologie, 2019.doi:10.1007/s11818-019-00215-x
- 2.The acute effects of interrupting prolonged sitting time with standing and light-intensity walking: systematic review and meta-analysis. Sports Medicine, 2022.doi:10.1007/s40279-022-01649-4
- 3.The effect of caffeine on subsequent sleep: a systematic review and meta-analysis. Sleep Medicine Reviews, 2023.doi:10.1016/j.smrv.2023.101764
- 4.The effect of training at a specific time of day: a review. Journal of Strength and Conditioning Research, 2012.doi:10.1519/jsc.0b013e31825770a7
- 5.Association between dinner-to-bed time and gastro-esophageal reflux disease. American Journal of Gastroenterology, 2005.doi:10.1111/j.1572-0241.2005.00354.x
- 6.Evening use of light-emitting eReaders negatively affects sleep, circadian timing, and next-morning alertness. PNAS, 2015.doi:10.1073/pnas.1418490112
- 7.Before-bedtime passive body heating by warm shower or bath to improve sleep: systematic review and meta-analysis. Sleep Medicine Reviews, 2019.doi:10.1016/j.smrv.2019.04.008
- 8.Recommended amount of sleep for a healthy adult: joint consensus statement of the AASM and Sleep Research Society. Sleep, 2015.doi:10.5665/sleep.4716
- 9.Sleep regularity is a stronger predictor of mortality risk than sleep duration: a prospective cohort study. Sleep, 2024.doi:10.1093/sleep/zsad253
- 10.Circadian regulation of glucose, lipid, and energy metabolism in humans. Metabolism, 2018.doi:10.1016/j.metabol.2017.11.017
- 11.The cortisol awakening response (CAR): facts and future directions. International Journal of Psychophysiology, 2009.doi:10.1016/j.ijpsycho.2008.03.014
- 12.Relationship between rapid eye movement sleep and testosterone secretion in normal men. Journal of Andrology, 1999.doi:10.1002/j.1939-4640.1999.tb03378.x
- 13.The role of protein in weight loss and maintenance. American Journal of Clinical Nutrition, 2015.doi:10.3945/ajcn.114.084038
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